06 November 2009

Übersetzte Übersetzungen für mehr Sprachenvielfalt im Internet

Eine folgenreiche Sprachrevolution bahnt sich für das Internet an. Ende Oktober hat die internationale Internetverwaltung ICANN (Internet Corporation for Assigned Names and Numbers) beschlossen, dass ab 2010 auch Internetadressen ohne lateinische Buchstaben zugelassen werden. 1,6 Milliarden Menschen nutzen laut ICANN das Internet, mehr als die Hälfte davon kommt aus Ländern, die keine lateinischen Schriftzeichen nutzen, darunter die mit Abstand bevölkerungsreichsten Länder der Welt, China und Indien.

Die Adress-Endungen, sogenannte Top-Level Domains, wie „.de“ für Deutschland, sollen nach diesem Beschluss unter anderem in chinesischen, arabischen oder kyrillischen Schriftzeichen registriert werden können. So können in Zukunft komplette Internetadressen mit verschiedensten Schriftzeichen möglich sein.

Dafür muss im Netz fortan „doppelt übersetzt“ werden. Denn Internetadressen bestehen letztlich aus Zahlen, den IP-Adressen, die von Namensservern in einfach zu merkende Adressen übersetzt werden. Bisher war dies nur in lateinischen Schriftzeichen möglich. Die neuen Internetadressen, beispielsweise aus chinesischen Schriftzeichen bestehend, werden zukünftig zunächst vom universalen Schriftsatz Unicode, der alle Schriftzeichen der Welt enthält, in den bisher genutzten ASCII-Schriftsatz (American Standard Code for Information Interchange) übersetzt. Dieser wird wiederum in Zahlen – in die IP-Adressen - umgewandelt. So verstehen die Namensserver letztlich auch andere Schriftzeichen.

Mitte 2010 sollen die ersten Adressen, die keine lateinischen Schriftzeichen enthalten, freigeschalten werden.

05 November 2009

Lesetipp: Wie Internet und Werkzeuge bei Übersetzungen helfen können

Maschinen können den Menschen als Übersetzer nicht ersetzen: Google hat die Internetnutzer dazu aufgerufen, von Google Translate übersetzte Texte nachzubessern. Damit gesteht der Internetriese ein, dass selbst die von ihm eingesetzten verbesserten maschinellen Übersetzungsinstrumente keine befriedigenden Ergebnisse erbringen. Technische Anleitungen oder Werbetexte gehören allerdings nach wie vor in die Hand von Profiübersetzern, da kann keine Maschine mithalten.

Wer im Internet Wörter oder Wendungen in den Sprachrichtungen Englisch-Deutsch oder Deutsch-Englisch nachschlagen möchte, kann seit April 2009 eine neue Informationsquelle nutzen. Unter www.linguee.de wird das gesuchte Wort und das vermutete Pendant gleich in mehreren Texten angezeigt. Mit diesem Kontext lässt sich leichter beurteilen, ob eine angebotene Übersetzung für die eigenen Zwecke geeignet ist.

Für Übersetzer und auch Dolmetscher werden elektronische Arbeitswerkzeuge immer wichtiger. Sogenannte Translation-Memory-Systeme sind wie ein riesiges Gedächtnis, das alle einmal übersetzten Wörter, Sätze und Texte speichert. Kommt ein Satz in einem neuen Text in identischer oder ähnlicher Form wieder vor, macht das System einen Übersetzungsvorschlag.

Wenn Sie mehr über diese Themen wissen wollen: Die auflagenstärkste Fachzeitschrift für Dolmetscher und Übersetzer im deutschsprachigen Raum berichtet darüber im MDÜ 4/2009. Die Zeitschrift wird vom Bundesverband der Dolmetscher und Übersetzer e.V. (BDÜ) herausgegeben: www.mdue.bdue.de

Interkulturelle Bildung, Migration und Mehrsprachigkeit im Masterstudiengang

Die Pädagogische Hochschule Karlsruhe hat zu diesem Wintersemester einen neuen Masterstudiengang aus der Taufe gehoben: „Interkulturelle Bildung, Migration und Mehrsprachigkeit.“ Das interdisziplinär angelegte Masterstudium möchte Inhalte aus Bildungs- und Sozialwissenschaften, Theologie und Philosophie sowie Germanistik und Fremdsprachenphilologie zusammenführen. Laut Hochschule zielen die Studieninhalte auf die Kompetenz zur Beurteilung und Weiterentwicklung interkultureller Bildungs-, Sozial- und Kulturarbeit.

Der Master gliedert sich in zwei aufeinander aufbauende Studienabschnitte. Auf dem Programm stehen zunächst Module zu Bildung und Forschung, Pluralität der Religionen und Kulturen, interkulturelle Kommunikation sowie Mehrsprachigkeit und Identität. Im zweiten Studienjahr können die Studenten eigene Schwerpunkte setzen und diese in Modulen zur Praxisforschung und Interdependenzstudien, sowie Sprach- und Kulturbewusstsein weiter verfolgen.

Die Berufsperspektiven liegen für die Absolventen im Hochschulbereich, in der Bildungsforschung, der Bildungs- und Sozialverwaltung, im Kulturbereich sowie als Berater für Bildungs- und Sozialeinrichtungen und in Unternehmen.

Details zum Studienprogramm und Zulassungsbedingungen hier.

22 Oktober 2009

Sprachen & Beruf Website in neuem Gewand

Vom 3. bis 5. Mai 2010 findet in Düsseldorf zum neunten Mal die Sprachen & Beruf statt. Die Vorbereitungen für die 2010er Fachkonferenz sind schon im vollen Gange. Im Zuge dessen erhielt die Webseite www.sprachen-beruf.com ein neues frisches Layout. Im Mittelpunkt der Konferenz für Fremdsprachen und Business-Kommunikation in der internationalen Wirtschaft stehen Mehrsprachigkeit und interkulturelle Kompetenzen. Zahlreiche Workshops, Arbeitsgruppen und Vorträge beschäftigen sich mit Themen wie Fremdsprachen & kommunikative Strategien, innovative Lerntechnologien, Fremdsprache als Wirtschaftsfaktor sowie um Mehrsprachigkeit in der Praxis:

Wie funktioniert der Einsatz von Sprachentraining in der wirtschaftlichen Praxis? Welche Herausforderungen sind zu meistern, damit Sprach- und interkulturelles Training optimal zum unternehmerischen Erfolg beitragen? Von welchen Beispielen - vom regional verankerten mittelständischen Betrieb bis hin zum Global Player - können wir lernen?

Interessierte, die gern selbst einen Vortrag oder einen Workshop halten möchten, können bis zum 8. Januar 2010 einen Vorschlag in Form einer Zusammenfassung einreichen.
Weitere Informationen: www.sprachen-beruf.com

Ausländische Studierende in Deutschland

Die Studienfinanzierung und Orientierung im deutschen Hochschulsystem ist teilweise schon für deutsche Studienanfänger eine Herausforderung. Wie finden sich dann ausländische Studenten an deutschen Universitäten und im Studium zurecht? Die Auswertung der 18. Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks zur wirtschaftlichen und sozialen Lage ausländischer Studierender zeigt, dass diese vor allem Schwierigkeiten bei der Studienfinanzierung haben und über mangelnde Orientierung im deutschen Hochschulsystem sowie zu wenig Kontakt zu ihren deutschen Mitstudierenden klagen.

Unter den Studierenden aus dem Ausland kümmern sich 85% um die Organisation ihres Studium selbst: Unterkunft, Seminarplan und Finanzierung sind drei von vielen Punkten, die es zu dabei zu regeln gilt. Die größte Herausforderung liegt in der Finanzierung des Studiums in Deutschland. Die Studie des Deutschen Studentenwerks zeigt, dass ausländischen Studenten knapp über 600 Euro im Monat zur Verfügung stehen und damit über deutlich geringere Einnahmen verfügen als ihren deutschen Kommilitonen. Mehr als die Hälfte der ausländischen Studierenden ist erwerbstätig und finanziert sich sein Studium selbst. Weitere Finanzierungsquellen sind die Unterstützung durch die Eltern sowie Stipendien.

Neben finanziellen Sorgen, spielt das persönliche Umfeld eine große Rolle, um sich in einem fremden Land wohl zu fühlen. Knapp 40% der befragten Studierenden gaben an, dass eine große Schwierigkeit des Studentenlebens in dem Kontakt zu den deutschen Kommilitonen besteht. Wie kann die Politik hierbei helfen, was müssen Hochschulen und Studentenwerke für ihre erfolgreiche Integration tun? Verschiedenste Projekte und Angebote, wie Willkommens- und Informationsveranstaltungen wollen hier ansetzen. So unterstützen laut dem Deutschen Studentenwerk derzeit 41 der 58 Studentenwerke ausländische Studierende mit Wohnheimtutoren-Programmen. Der große Vorteile dabei: Studierende engagieren sich für Studierende und setzen sich für eine bessere Integration ein.

Studie zur Situation ausländischer Studierender
(PDF)

Online-Videotipp: Interkultureller Smalltalk

Kleine Rede, große Wirkung: Mit dem richtigen Worten gleich zu Beginn eines Gesprächs sammelt man Sympathiepunkte und kann die Geschäftsbeziehungen nachhaltig verbessern. Im Smalltalk auf Englisch liegt jedoch eine spezielle Herausforderung, besonders in Hinblick auf interkulturelle Unterschiede. Bob Dignen, Autor der Serie “Business Skills” des Sprachenmagazins Business Spotlight, erklärt mit Witz, warum es so wichtig ist, diese Unterschiede zu kennen. Gerade dann, wenn es mit dem Smalltalk klappen soll: Culture and small talk.

Übrigens: In der aktuellen Ausgabe des Business Spotlight erfahren Sie mehr zu Successful small talk in English. Das handliche Extra erklärt die Standards für die Begrüßung des Geschäftspartners sowie Kniffe, die das Gespräch ins Rollen bringen.

Mehr zu interkulturellen Themen gibt es auch auf den Blog von Robert Gibson

Interkultureller Kalender 2010 erschienen

Ab jetzt gibt es wieder den “Interkulturellen Kalender 2010″: Er wird jährlich vom Berliner Integrationsbeauftragten herausgegeben und bietet Auskunft darüber, auf welche Termine die religiösen und weltlichen Feste, Feier- und Gedenktage unterschiedlicher Kulturkreise im kommenden Jahr fallen.

Interkulturalität wird ein immer selbstverständlicherer Teil unserer Alltags und macht ihn „manchmal sicherlich auch anstrengender“, so Berlins Integrationsbeauftragter Günter Piening. „Denn er verlangt auch jedem einzelnen mehr Kenntnisse ab, Wissen um die Unterschiedlichkeiten und die Fähigkeit, kompetent damit umzugehen. Der interkulturelle Kalender kann dabei eine kleine praktische Orientierungshilfe sein. Hilfreich ist beispielsweise zu wissen, welche Tage im Kalender für andere womöglich wichtige Feiertage sind.“

Der Kalender ist als Download (PDF) oder gegen eine Schutzgebühr von 0,50 € pro Exemplar erhältlich beim Beauftragten des Senats für Integration und Migration, Potsdamer Straße 65, 10785 Berlin, E-Mail: Integrationsbeauftragter@intmig.berlin.de

Quelle: www.migazin.de

Kulturelle Vielfalt erleben: Filmfestival Herbst 2009

Für Cineasten mit Interesse an Europas kultureller Vielfalt gibt es im Herbst eine Reihe an Möglichkeiten spannende Festivals zu besuchen: In Bild und Ton können die Zuschauer eine Welt erleben, die sie sonst nicht zu Gesicht bekommen. Das MEDIA-Programm der EU unterstützt übrigens europäische Filmproduktionen, die Europas kulturelle Identität und sein kulturelles Erbe widerspiegeln.

Eintauchen in fremde Sprachen und Kulturen kann man in den kommenden Wochen beispielsweise bei Festivals in Tübingen und Stuttgart. Hier finden vom 29. Oktober bis 4. November die 26. französischen Filmtage statt. Das Festival zeigt mehr als 90 Filme von „arthouse“ bis „grand-public“ und sieht sich selbst als das größte Schaufenster des frankophonen Kinos im deutschsprachigen Raum. Dabei möchten die Veranstalter nicht nur kulturelle Brücken zwischen Deutschland und Frankreich schlagen, sondern auch zwischen den vielen frankophonen Ländern der Welt: Kanada, Belgien, Schweiz, Afrika...

Vom 27. November bis 5. Dezember geht es um die ganze Welt mit dem Festival „Around the World in 14 Films“. Zum vierten Mal werden 14 Filmperlen aus 14 völlig unterschiedlichen Ländern und Kulturkreisen gezeigt. Von Argentinien über Mexiko und die USA nach Afrika, durch Teile Europas über die Türkei und Russland in den Nahen und Mittleren Osten bis nach Fernost – alle Filme sind erstmals in Berlin zu sehen.

Aller guten Dinge sind drei. Deshalb geht es in den nächsten Tagen auch nach Cottbus zum Festival des Osteuropäischen Films. Vom 10. bis 15. November stehen Kurzfilme, aktuelle Trends, internationale Co-Produktionen, nationale Hits sowie Höhepunkte des Jahres aus dem osteuropäischen Raum auf dem Programm.

Eine Übersicht zu weiteren Filmfestivals auf den Seiten von „German Films“