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29 Februar 2012

Multilinguale Zukunft: Forschungsinstitut für Mehrsprachigkeit in Potsdam gegründet

Harald Clahsen, einer der international angesehensten deutschen Linguisten, ist erster Leiter des neu gegründeten „Potsdam Research Institute for Multilingulism“ (PRIM). Clahsen zählt zu den führenden Forschern auf den Gebieten Spracherwerb, Sprachverarbeitung sowie Sprachstörungen. Im vergangenen Jahr wurde er mit der Alexander von Humboldt-Professur ausgezeichnet. Die Wissenschaftler des PRIM beschäftigen sich fortan mit mehrsprachigen Kindern und Erwachsenen. Zusätzlich zur Grundlagenforschung beraten die Wissenschaftler Personen, die mit Mehrsprachigkeit konfrontiert sind. Dazu gehören Lehrer und Erzieher sowie Eltern, die ihre Kinder mehrsprachig erziehen.


Forschung für Europas Zukunft

Deutschland und Frankreich investieren verstärkt in Forschung und Innovation. Bundesforschungsministerin Annette Schavan und ihr französischer Amtskollege Laurent Wauquiez haben im Rahmen des 14. Deutsch-Französischen Ministerrats Maßnahmen zur Vertiefung der deutsch-französischen Zusammenarbeit in Forschung und Technologie beschlossen. Beide Seiten haben sich auf gemeinsame Initiativen verständigt, die in diesem Jahr im Rahmen eines deutsch-französischen Forschungsfonds mit insgesamt rund 27 Mio. € unterstützt werden.

Thematische Schwerpunkte des Maßnahmenplans sind Gesundheit, Biotechnologie, Umweltforschung, Geistes- und Sozialwissenschaften, sowie die strategisch wichtigen Bereiche nichtenergetische Rohstoffe und Höchstleistungsrechner beziehungsweise Grid Computing.

Gefördert werden auch zwei größere sozialwissenschaftliche Vorhaben. Das Gemeinschaftsprojekt "Saisir l'Europe" widmet sich den Schwerpunkten europäischer Sozialstaat, Nachhaltigkeit und urbane Konflikt- und Gewalträume. Außerdem wird das Institut des Sciences politiques de Paris mit dem Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung in einem "gemischten internationalen Zentrum" in Paris zusammenarbeiten, das sich mit den sozialen Folgen der Unsicherheiten einer marktwirtschaftlichen Gesellschaft befasst.

Mehr zur Forschungskooperation auf den Seiten des Bundesministeriums für Bildung und Forschung

31 Januar 2012

Projekt „Gesellschaftliche Integration“

Das Forum Berlin der Friedrich-Ebert-Stiftung beschäftigt sich in dem Projekt "Gesellschaftliche Integration" mit den gesellschaftlichen und politischen Herausforderungen der heutigen Zeit mit dem Ziel, den Dialog zwischen verschiedenen gesellschaftlichen Akteuren zu fördern. Zudem möchte das Projekt engagierte Praktiker zusammenbringen und zivilgesellschaftliche Netzwerke aufbauen. Durch Konferenzen, Tagungen und Fachforen soll zudem die politische und wissenschaftliche Debatte angeregt werden. Dabei werden Fragen bezüglich sozialer Gerechtigkeit und Teilhabe nachgegangen sowie Lösungsansätze für einen stärkeren gesellschaftlichen Zusammenhalt diskutiert.

Mehr Informationen unter: www.fes.de/integration

19 Oktober 2011

Die Grammatik unserer Urahnen

„Subjekt - Prädikat - Objekt“ - „Ich kaufe Brot“

Die S-P-O-Regel dürfte den meisten noch aus dem Deutschunterricht bekannt sein. Die meisten modernen indogermanischen Sprachen verwenden diese Satzbauregel. Doch längst nicht alle, denn statistisch gesehen baut der Großteil der heutigen Sprachen Sätze nach dem Prinzip S-O-P auf. Also: „Ich Brot kaufe“. Was sich für unsere Ohren falsch anhört, könnte nach einer neusten Studie zweier US-Forscher der Satzbau unserer Vorfahren gewesen sein.

Vor über 50.000 Jahren, so Murray Gell-Mann vom Santa Fe-Institut und Merritt Ruhlen von der Stanford-Universität, haben Menschen eine Ursprache gesprochen, auf die alle heutigen Sprachen zurückgehen. In ihrer Studie untersuchten die Sprachwissenschaftler insgesamt 2.135 Sprachen hinsichtlich ihres gemeinsamen Stammbaums. Da die meisten untersuchten Sprachen, darunter Türkisch, Japanisch, Koreanisch und Persisch das S-O-P-Muster verwenden, schlossen die Forscher, dass auch die Urmenschen diese Satzkonstruktion verwendeten. Warum im Deutschen sich der Satzbau hin zum S-P-O-Prinzip entwickelt hat, konnte zwar nicht erklärt werden. Doch auch in der deutschen Sprache existieren Subjekt-Objekt-Prädikat-Folgen, allerdings nur in Nebensätzen wie: „als ich Brot kaufte…“ Neben dem Deutschen verwenden auch 769 andere Sprachen die SOP-Regel.

Mehr Informationen zur Studie unter: PNAS (DOI: 10.1073/pnas.1113716108) oder wissenschaft.de

12 September 2011

Bilinguale Babys lernen Sprachen im eigenen Rhythmus

Zahlreiche Studien zeigen, dass Kinderhirne große Leistungen vollbringen. So können bereits wenige Monate alte Säuglinge die typischen Laute und die Sprachmelodie ihrer Muttersprache mühelos erkennen. Doch wie sieht das bei Säuglingen aus, die mehrsprachig aufwachsen? Wann erkennen sie ihre Muttersprachen? Dies untersuchten amerikanische Forscher der University of Washington in einer im Fachmagazin "Journal of Phonetics" erschienenen Studie. Dabei fanden Sie heraus, dass sich bei bilingualen Säuglingen, die Phase der entscheidenden Sprachprägung weiter nach hinten verschiebt.

Die Forscher untersuchten jeweils eine Gruppe mit einsprachigen Kindern und eine Gruppe bilingualer Kinder unterschiedlichen Alters. Die Kinder stammten aus rein englischen, rein spanischen und spanisch-englisch gemischten Haushalten und wurden über ein Jahr hinweg untersucht. In regelmäßigen Abständen unterzogen sich die kleinen Probanden diversen Sprachtests. Die Säuglinge trugen während der Tests eine leichte Kappe mit Elektroden, die ihre Hirnströme aufzeichneten. In den Tests hörten die Kinder zunächst verschiedene Laute, die in beiden Sprachen vorkommen. Dazwischen ertönten ab und zu einzelne typisch spanische oder typisch englische Laute. Mittels eines Elektroenzephalogramms (EEG) wurde durch Hirnstromsignal angezeigt, ob die Säuglinge die kontrastierenden Sprachmuster erkennen.

Die Forscher konnten deutliche Unterschiede bei den sechs bis neun Monate alten Kindern feststellen. Während das Gehirn einsprachiger Säuglinge auf Sprachlaute sowohl aus dem Englischen als auch aus dem Spanischen reagierte, zeigte das EEG bei bilingualen Kindern gar keine Hirnstromsignal. Im Gegensatz dazu reagierten die Gehirne von einsprachigen Kindern im Alter von zehn bis zwölf Monaten nur noch auf Laute ihrer Muttersprache. Bei Kindern, die zweisprachig aufwachsen, registrierten die Forscher in derselben Entwicklungsphase erstmalig überhaupt Hirnstromsignale. Durch die Messung von Gehirnreaktionen konnten die Forscher außerdem erkennen, welche Sprache die zweisprachigen Kleinkinder präferieren.

Diese Ergebnisse lassen vermuten, dass sich das Gehirn bilingualer Babys offenbar nach einem anderen Zeitplan auf eine Sprache festlegt als das von einsprachigen Babys. Die Forscher gehen davon aus, dass das Gehirn bilingualer Kinder länger flexibel bleibt, um die große Vielfalt unterschiedlicher Sprachlaute in zweisprachigen Umgebungen besser verarbeiten zu können.

Mehr Informationen zur Studie: www.sciencedirect.com

22 August 2011

Stirbt das Alemannische aus?

Die alemannischen Sprachen wird es laut UNESCO in Deutschland nicht mehr lange geben. Die internationale Weltkulturorganisation verkündete schon im Februar anlässlich des Internationalen Tages der Muttersprache, dass insgesamt 13 deutsche Regionalsprachen ernsthaft vom Aussterben bedroht sind. Der Sprachen-Alarm der UNESCO betrifft insgesamt die Hälfte der weltweit etwa 6000 Sprachen, die aufgrund von Kriegen, Vertreibung oder Migration auszusterben drohen. In Bezug auf das Alemannische gäbe es jedoch kein Grund zur Besorgnis, finden jedoch Eleonore Brandner und Tobias Streck von den Universitäten Konstanz und Freiburg. Nach Meinung der Forscher könne man nicht ernsthaft von einer Gefahr sprechen, denn auch im Falle eines Aussterbens sei das Alemannische in der Schweiz weiterhin vertreten. Schade wäre es trotzdem, auch aus der Sicht der Wissenschaft. Der natürliche Sprachwandel ist nämlich nur an nichtnormierten Sprachen zu beobachten, so die Linguistin Eleonore Brandner.

Dem Alemannischem auf der Spur: www.suedkurier.de/news/panorama

Dokumentation und Archivierung indigener Sprachen

Für den Erhalt zahlreicher indigener Sprachen und mehr als 300 Dialekte, setzt sich das Linguistische Labor des Instituts für Anthropologische Forschung IIA (Instituto de Investigaciones Antropológicas) der Nationalen Autonomen Universität Mexikos (UNAM) ein und möchte diese digital für die Forschung sichern.

Laut eines Artikels auf poonal erklärt Samuel Herrera als Verantwortlicher des IIA, dass Dialekte existieren, die nur zwei oder drei Sprecher haben. Deshalb müssten diese vor dem Aussterben dokumentiert oder archiviert werden, um sie linguistisch, anthropologisch und historisch zu erforschen. Zu den gefährdeten Sprachen gehören unter anderem Huave (Oaxaca), Chuj (Chiapas), Huasteca (Veracruz y San Luis Potosí), Chichimeca (Guanajuato) und Náhuatl.

Das Labor ist das erste seiner Art in der UNAM. Ziel ist es Audio- und Videoarchive zu schaffen sowie die Transkription und morphologische Analyse jedes Dokuments zu ermöglichen. Das Laboratorium hat eine Vereinbarung mit der Nationalen Schule für Anthropologie und Geschichte, um Sicherheitskopien der Archive anzufertigen. Eine einzige Aufnahme kann für vielerlei Forschungsvorhaben nützlich sein: etwa für akustische, phonologische, morphologische, syntaktische und pragmatische Analysen. Das Sprachlabor der IIA arbeitet mit anderen Institutionen zusammen, nimmt an weiteren Initiativen teil und berät sich mit dem Nationalen Institut für Indigene Sprachen.


29 Juni 2011

Bilingualität: Für das Gehirn kein Problem

Wie können Menschen, die zwei oder mehrere Sprachen sprechen, zwischen diesen hin und her „switchen“? Immerhin besitzt jede Sprache, die ein Mensch fließend spricht, knapp 30 000 Wörter. Demnach müssten die Anstrengungen des Gehirns höher sein, unter den Tausenden von zusätzlichen Wörtern das richtige Wort in der richtigen Sprache zu wählen.

Eine neue psycholinguistische Studie der Universität Kansas beweist das Gegenteil: Das Gehirn trifft die Auswahl von Wörtern in den jeweils gesprochenen Sprachen scheinbar mühelos. Der Forscher Mike Vitevitch verdeutlicht die Arbeit des Gehirns anhand eines bildlichen Beispiels: Man stelle sich das menschliche Gehirn als einen Kühlschrank vor und die verschiedenen Sprachen als Äpfel und Orangen. Wenn ich Appetit auf einen Apfel habe, würde niemand auf die Idee kommen, jedes Obst im Kühlschrank zu nehmen, um zu sehen, ob es ein Apfel ist. Je nachdem, welches Obst ich essen möchte, wähle ich in einem ersten Schritt zunächst die richtige Obstsorte und picke mir innerhalb dieser meinen Favoriten aus. Ab und an kann es passieren, dass ich fälschlicherweise eine grünliche Orange für einen Apfel halte und eine falsche Wahl treffe.

Nichts anderes passiert nach Vitevitch im menschlichen Gehirn, wenn ihm verschiedene Sprachen zur Auswahl stehen. Je nachdem, welche Sprache gerade benötigt wird, wählt das Gehirn diese in einem ersten Schritt aus und sucht in einem zweiten Schritt innerhalb der gewählten Sprache nach dem gewünschten Wort. Bei der richtigen Sprachauswahl können gelegentlich „Fehlgriffe“ auftreten.

Bilingualität ist für das Gehirn somit gar kein Problem. Ein Grund mehr Fremdsprachen zu erlernen.

Zum Original in der Science Daily

Offene Menschen sind talentiertere Aussprachekünstler

Die fehlerfreie Aussprache - die Kür beim Erlernen jeder Fremdsprache: Einige beherrschen die korrekte Aussprache einer fremden Sprache bereits nach kurzer Zeit, ohne jemals in dem entsprechenden Land gewesen zu sein. Andere wiederum leben jahrelang in einem Land, ohne den Akzent ihrer Muttersprache abzulegen. Sprachtalent ist somit nicht gleich Aussprachetalent. Welche Faktoren für die korrekte Aussprache ausschlaggebend sind, untersuchten Dr. Matthias Jilka und Prof. Alexiadou Artemis vom Institut für Linguistik/Anglistik gemeinsamen mit dem Lehrstuhl für Experimentelle Phonetik, der Universität Stuttgart, in Zusammenarbeit mit der Abteilung Neuroradiologie der Universität Tübingen.

Jilka und seine Kollegen erforschten in einem Experiment das Aussprachetalent von 102 deutschen Muttersprachlern. Die Versuchspersonen hatten die Aufgabe, eine Bildergeschichte in Englisch nacherzählen sowie einen englischen Text mit angelsächsischen Akzent vorlesen. Zur Kontrolle wiederholten die Forscher das Experiment anschließend mit der Sprache Hindi, die kein Teilnehmer beherrschte. Vor der Durchführung, wurden Informationen unter anderem zur Persönlichkeit, Sprachkenntnissen sowie kognitiven Fähigkeiten mittels eines Fragebogens erfasst.

Die Auswertung der Ergebnisse ergab, dass insbesondere offene und empathiefähige Menschen talentierte Aussprachekünstler sind. Bei dieser Teilnehmergruppe waren weniger Hirnareale aktiv, sprachliche Aufgaben waren mit weniger Anstrengung verbunden. Daher plädiert Jilka dafür, auch das Erlernen von Sprachmelodien in den Fremdsprachenunterricht zu integrieren.

Weitere Informationen zur Studie unter: www.uni-stuttgart.de

28 April 2011

Max-Planck-Studie: Kulturelle Entwicklung bestimmt Sprache?

Bis heute galt in der Linguistik vorherrschend die Grundthese, dass die Sprachentwicklung von universellen Regeln, deren Ursprung im menschlichen Gehirn liegt, bestimmt wird. Eine Ansicht stützt sich auf eine genetisch vorprogrammierte „Universalgrammatik“, eine andere Strömung geht von einer „universellen Wortordnung“ aus.

Eine aktuelle Studie des Max-Planck-Instituts für Psycholinguistik in Nijmegen scheint beide Annahmen zu relativieren. Die Untersuchung der Wortstellungen in verschiedenen Sprachen zeige, dass Sprachen nicht in erster Linie angeborenen Regeln der Sprachverarbeitung unterworfen sind. Entscheidend für die Satzstruktur einer Sprache sei ihre Vorgeschichte, also ihre kulturelle Prägung.

Die Forscher des Max-Planck-Instituts analysierten 301 Sprachen aus vier großen Sprachfamilien hinsichtlich der Reihenfolge von Satzteilen. Im Mittelpunkt der Untersuchung stand jeweils die Reihenfolge von Satzteilen wie „Objekt-Verb“, „Genitiv-Hauptwort“ oder „Relativsatz-Hauptwort“ und die Frage, ob sich deren Position im Satz gegenseitig beeinflusst. Ziel der Forscher war es zu untersuchen, ob sich die Stellung des Verbs auch auf andere Wortfolgen auswirkt.

Die Studie deutet daraufhin, dass die kulturelle Entwicklung sehr viel stärker beeinflusst, wie sich eine Sprache entwickelt, als universelle Regeln. Die Sprachstruktur ist also offenbar weniger biologisch festgelegt, sondern wird von ihrer Abstammung geprägt.

Die Studie erschien in der Fachzeitschrift Nature, 2011. Eine Zusammenfassung ist hier zu finden.

Afrika – Heimat aller Sprachen

Die Frage nach dem Ursprung der Menschheit beschäftigt die Wissenschaft seit jeher. Liegt die Wiege der Menschheit in Afrika? DNA-Analysen haben dies längst bestätigt. Demnach ist die genetische Diversität in Afrika am höchsten und nimmt über Asien und Europa nach Amerika und Polynesien ab.

Eine neue Studie zur Laut-Vielfalt bestätigt diese These nun auch auf der Sprachenebene. In seiner Studie analysierte der neuseeländische Biologe Quentin Atkinson 504 Sprachen der linguistischen Datenbank "World Atlas of Language Structures" mittels eines eigens entwickelten Computerprogramms. Dabei untersuchte er die Anzahl der Phoneme (Laute) in den verschiedenen Sprachen und verglich sie anschließend mit der menschlichen DNS von Knochenfunden aus allen Teilen der Welt. Das Ergebnis der Studie zeigt, dass die Anzahl an Phonemen ebenso wie die genetische Vielfalt in Afrika am größten ist. Demnach vermutet Atkins, dass sich mit der Ausbreitung des Homo Sapiens sowohl die DNS als auch die Sprache veränderte.

Mehr zur Studie im Science

15 November 2010

iDA-Seminar: Berufungsverhandlungen in englischer Sprache führen

Im Zuge der Internationalisierung deutscher Hochschulen gewinnt die Berufung ausländischer Wissenschaftler an Bedeutung. Mit Vielen müssen die Berufungsverhandlungen auf Englisch geführt werden. Die Modalitäten des Umzugs, Reisekosten für Familienmitglieder, Vermittlung von adäquaten Arbeitsplätzen für Partner sind nur einige der Themen, die Mitarbeiter der Personalabteilung auf Englisch verhandeln müssen. Der Sprachkurs richtet sich an alle Hochschulangestellten, die in Berufungsverhandlungen miteinbezogen werden. Neben der Wortschatzarbeit werden spezifische Verhandlungssituationen eingeübt.

Anmeldeschluss: 20. Dezember 2010
Termin: 19. Januar 2011
Mehr: daad.de/redir/mem/17127/mexjDBYeF-HtA/263/5005/

29 Oktober 2010

Wie lernen Kleinkinder Fremdsprachen?

Wie lernen Kleinkinder ihre ersten Wörter und bauen daraus ein „Wörterbuch im Kopf“? Wie erkennen sie, wann ein gesprochenes Wort aufhört und das nächste beginnt? Wissenschaftler der Universität Göttingen sind den Mechanismen des Erlernens neuer Wörter auf der Spur. In einem Forschungslabor untersuchen sie dazu die Augenbewegungen und Hirnströme von Kindern im Alter von sechs bis 36 Monaten. So wollen die Forscher herausfinden, wie Kinder Sprachlaute erkennen, ähnliche Wörter auseinanderhalten und schließlich mit Bedeutungen verbinden.

Im Forschungslabor „WortSchatzinsel“ am Georg-Elias-Müller Institut für Psychologie sehen die Kinder während des Versuchs auf einem großen Bildschirm Bilder und kurze Filme, gleichzeitig werden Wörter und Sätze über Lautsprecher eingespielt. Eine Kamera hält währenddessen die Augenbewegungen des Kindes fest. Aus den Blickbewegungen können die Wissenschaftler anschließend Rückschlüsse ziehen auf die kognitiven Prozesse bei der Sprachverarbeitung. Untersucht wird zum Beispiel, ob das Kind auf das passende Bild schaut, wenn es ein bestimmtes Wort hört.

Weitere Informationen zum Forschungsprojekt sind im Internet unter www.uni-goettingen.de zu finden. Dessen Leiterin Professor Mani stellt ihre Arbeit zudem in einem kurzen Video vor, das unter www.uni-goettingen.de/neuesdenken abrufbar ist.

31 August 2010

Studentische Tagung Sprachwissenschaft

Von 17. bis 21. November 2010 findet in Potsdam die 48. Studentische Tagung Sprachwissenschaft statt. Die StuTS stellt ein Forum für Studierende der Sprachwissenschaften jeglicher Art dar und bietet Gelegenheit, Forschungsprojekte und -ergebnisse interessierter und engagierter Studierender vor gleichsam interessiertem Publikum vorzustellen sowie konstruktives Feedback zu erhalten. Außerdem besteht hier die Möglichkeit, Gleichgesinnte zu finden, die sich mit ähnlichen Themen beschäftigen und an Vernetzung und Austausch interessiert sind.

Informationen, Call for Papers (bis Ende September) und Anmeldung unter http://48.stuts.eu

27 Juli 2010

Hörtipp: radioWissen mit Features und Interviews zum Thema Spracherwerb

Das Hörfunkformat radioWissen von Bayern 2 bietet werktags ab neun Uhr Beiträge zu den unterschiedlichsten Themen aus Wissenschaft, Geschichte, Politik und Gesellschaft sowie Kunst und Literatur. Auch Fremdsprachen und Sprachenlernen sind von Zeit zu Zeit Thema der rund einstündigen Sendung. Kürzlich beschäftigte sich radioWissen mit dem Spracherwerb von Kindern und wie die menschliche Sprache an sich entstanden ist. Nachhören lassen sich die einzelnen Beiträge online unter: www.br-online.de/bayern2/radiowissen

radioWissen als Podcast kann hier abonniert werden: www.br-online.de/podcast/mp3-download/bayern2/mp3-download-podcast-radiowissen.shtml

EU-Projekt zur Förderung weniger verbreiteter europäischer Sprachen

GLOSSA nennt sich ein Bildungsprojekt des Programms für lebenslanges Lernen der Europäischen Union. Dabei geht es speziell um das Erlernen von weniger verbreiteten europäischen Sprachen wie beispielsweise Griechisch und zahlreiche Sprachen Osteuropas. Dazu soll vor allem das Online-lernen eingesetzt werden. Entwickelt werden im Rahmen des Projekts unter anderem Methoden für den effektiven Einsatz des Internets und multimedialer Anwendungen beim Sprachenlernen sowie ein E-Learning-Kurs zum Erlernen der griechischen Sprache.

Für diese Vorhaben ist das GLOSSA-Projekt, das von Griechenland aus gelenkt wird, auf die Mithilfe von Sprachlehrern und –lernern aus ganz Europa angewiesen. Ein kurzer Fragebogen wurde entwickelt, um deren Meinung und Erfahrung zum Thema Online Sprachkurse einzuholen. Zu finden Sie die Fragenbögen für Lehrer und Lerner, jeweils in einer kurzen und langen Version unter: www.ellinikiglossa.eu/index.php?option=com_content&view=article&id=80&Itemid=88&lang=en

Mehr Informationen zu GLOSSA unter: www.ellinikiglossa.eu

23 Juni 2010

Lesetipp: "Vom Aussterben bedroht? Vergessene Sprachen in Europa"

Das Internetportal des Wissensmagazins „Welt der Wunder“ widmet sich in einem anschaulichen Beitrag dem Verschwinden von europäischen Sprachen. Zunächst gibt der Artikel einen kurzen Überblick über gefährdete Sprachen des Kontinents. Eine Galerie stellt zudem einige heute kaum noch bekannte Sprachen wie Ladinisch, Jenisch oder Kaschubisch mit kurzen Texten, Bildern und Kartenmaterial vor.

Zum Beitrag

Deutsch-Spanischer Wissenschaftsaustausch

Erstmals ist von Cornelia Pieper, Staatsministerin im Auswärtigen Amt, und dem spanischen Bildungsminister Ángel Gabilondo der Julián Sanz del Río-Preis verliehen worden. Mit dem Preis werden hochqualifizierte junge Forscher für ihre fachliche Beschäftigung mit Spanien und/oder Deutschland ausgezeichnet. Zu den ersten Preisträgern zählen der spanische Zeithistoriker und Deutschlandexperte Carlos Sanz und die deutsche Juristin Mirja Feldmann, deren Schwerpunkt der deutsch-spanische Rechtsvergleich ist.

Der mit jeweils 5 000 Euro und einem Stipendium für einen einmonatigen Forschungsaufenthalt in Deutschland oder Spanien dotierte Preis wird fortan jährlich in wechselnden Wissensgebieten ausgeschrieben und abwechselnd in beiden Ländern verliehen. Der Preis wurde vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) sowie der 2009 gegründeten Stiftung für Hochschulinternationalisierung Universidad.es initiiert. Durch den Austausch von Wissenschaftlern möchte die Initiative nicht nur den gemeinsamen Wissenszuwachs, sondern auch das Verständnis zwischen Gesellschaften und Kulturen fördern.

Deutsch-Spanische Beziehungen

10 Februar 2010

EURAXESS - Europaweites Mobilitätsprojekt

Ab Januar 2010 koordiniert die Alexander von Humboldt-Stiftung ein mit 2,9 Millionen Euro ausgestattetes EU-Projekt zur Mobilitätsförderung von Wissenschaftlern. Die Stiftung gewann die Ausschreibung für das Projekt "EURAXESS T.O.P. - Enhancing the Outreach and Effectiveness of the EURAXESS Network Partners". Die EURAXESS-Servicezentren in 35 europäischen Ländern helfen Forschern und ihren Familien bei der Planung und Organisation des Auslandsaufenthalts. Durch das Projekt sollen in den kommenden 18 Monaten beispielhafte Erfolgsmodelle zur Auslandsmobilität europaweit ausgetauscht und in einem Handbuch zugänglich gemacht werden.

EURAXESS

26 Januar 2010

Europäische Minderheitensprachen in Gefahr

Immer mehr Sprachen, die nach unserer Wahrnehmung fernab vom Weltgeschehen verwendet werden, sterben voraussichtlich in den nächsten Jahren aus. So auch das in Nord-Sibirien beheimatete Mansisch, das momentan von nur noch 3000 Menschen gesprochen wird. Experten geben der Sprache noch 10 bis 20 Jahre bis sie gänzlich aus dem Alltag der Menschen verschwinden wird. An der Universität Wien beschäftigt sich Johanna Laasko, Professorin für Finno-Ugristik, im Rahmen neuer linguistischer Forschungsprojekte, mit dieser und anderen Minderheitssprachen. Die Forschungen sind unter anderem Teil des europäischen ELDIA Projekts, das eine Art Vitalitätsbarometer erstellen will für vom Aussterben bedrohte Sprachen Europas.

An der Universität Wien werden nun die obgurischen Sprachen Mansisch und Chantisch digital katalogisiert und dokumentiert. „Mit nur wenigen tausend SprecherInnen gelten beide Sprachen heute als extrem gefährdet“, erklärt Johanna Laakso, die die Arbeit koordiniert. Verdrängt werden die Sprachen unter anderem durch Sowjetisierung des Schulsystems in der Vergangenheit und den Zuzug russischer Arbeiter aufgrund von Öl- und Gasfunden in der Region.

Mansisch und Chantisch sprechen momentan fast ausschließlich ältere Menschen, was die Dokumentation der Sprachen umso wichtiger macht, so Johanna Laasko. Um das Wissen über die beiden Sprachen der linguistischen Forschung zugänglich zu machen ist eine Hauptaufgabe der Wissenschaftler, Materialien in Mansisch und Chantisch aus dem Russischen und anderen Sprachen ins Englisch zu übertragen.

Weitere Informationen unter www.univie.ac.at

Quelle: Informationsdienst Wissenschaft